Menü

heute-gesund-leben.de

Ihr Online-Treffpunkt für Gesundheit. Das Portal rund um gesunde Lebensweise, Sport, Bewegung, Ernährung, Vitamine, Wellness, Vorsorge, Medizin und Pflege. Hier finden Sie aktuelle News rund ums Thema Gesundheit. Machen Sie mit und starten Sie schon heute gesund in den Tag!

Aktuelle Seite: StartKrankheitenKälte-Urtikaria

Kälte-Urtikaria: Im Winter brisant, aber auch im Sommer gefährlich

Kälte-Urtikaria: Im Winter brisant, aber auch im Sommer gefährlichWenn Väterchen Frost Einzug gehalten hat und der erste Schnee gefallen ist, geht es für viele erst mal mit Schlitten und Skiern ausgerüstet raus in die freie Natur. Doch nicht alle Menschen können die Wintertage für eine Ski- oder Rodelpartie oder einen romantischen Spaziergang durch den weißen Winterwunderwald nutzen. Tausende Deutsche leiden nämlich unter einer Kälte-Allergie, auch Kälte-Urtikaria genannt. Die Kälte-Urtikaria ist eine Sonderform der chronischen Urtikaria, die im Volksmund „Nesselsucht“ heißt. Professor Dr. Nicolas Hunzelmann von der Klinik für Dermatologie und Venerologie der Universität Köln schätzt, dass etwa drei bis fünf Prozent aller Deutschen von einer Nesselsucht betroffen sind. „Und davon hat etwa jeder 50. eine Kälte-Urtikaria.“ Das machen etwa 45.000 bis 75.000 Personen in Deutschland aus. Sie reagieren äußerst empfindlich auf kühle und kalte Temperaturen. Setzten sich die Betroffenen niedrigen Temperaturen aus, bekommen sie rote Quaddeln auf der Haut. Diese Quaddeln jucken und brennen. Besonders im Gesicht sind sie sehr unangenehm. Wollen Menschen, die unter einer Kälte-Allergie leiden, bei kaltem Wetter oder gar Frost auf die Straße, müssen sie sich sehr warm einpacken. Je nach Schwere der Allergie kann es sein, dass sie sogar eine Skimaske tragen müssen, die nur zwei kleine Löcher für die Augen freilässt. Doch ein Skiurlaub kommt für sie erst gar nicht in Frage. Selbst eine einfache Autofahrt im Winter müssen die Betroffenen ganz genau planen: „Am Zielort angekommen, kann ich bei Kälte erst dann aussteigen, wenn ich einen Parkplatz unmittelbar vor der Eingangstür gefunden habe“, berichtet eine Kälte-Allergikerin im „Urticaria-Network“, einem Online-Selbsthilfe-Portal für Urtikaria-Patienten.

Aber nicht nur der Winter ist für Kälte-Allergiker gefährlich, auch der Sommer birgt für sie so manche Gefahr. „Beim Konsumieren kalter Getränke oder beim Eisessen schwellen den Betroffenen die Lippen an“, so Hunzelmann. Ebenso tabu für Kälte-Allergiker ist ein Sprung ins kalte Wasser an heißen Sommertagen: „Das kann tödlich sein“, warnt der Mediziner. Dabei kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen: Die Gefäße des Körpers weiten sich, so dass der Blutdruck rasant abfällt, was zu einer Unterversorgung der lebenswichtigen Organe führt. Das wohl prominentste Opfer eines solchen anaphylaktischen Schocks könnte wohl der sagenumwobene Kaiser Barbarossa sein: Er sprang im Juni 1190 in Anatolien nach einer siegreichen Schlacht zur Abkühlung in einen Fluss – mit tödlichem Ausgang. Experten halten es für sehr wahrscheinlich, dass die plötzliche Kälte nach der türkischen Hitze zu einem Schock mit akutem Herz-Kreislaufversagen führte.
Fakt ist jedoch, das Patienten mit einer ausgeprägten Kälte-Urtikaria schon im Alltag auf der Hut sein müssen: Tiefgekühltes aus dem Gefrierschrank holen und aufzutauen ist für sie ebenso problematisch, wie beispielsweise auch die Verdunstungskälte, die beim Joggen oder Radfahren durch das Schwitzen entsteht. Und auch schon das Anfassen eines kalten metallischen Gegenstandes kann die besagten Quaddeln hervorrufen.

Es ist wissenschaftlich noch nicht geklärt, wie es zu einer Kälte-Allergie kommen kann. Allerdings können Infektionskrankheiten wie das Pfeiffer’sche Drüsenfieber, Masern, Windpocken, Atemwegsinfektionen aber auch eine Immunschwächenkrankheit wie eine HIV-Infektion die Auslöser sein. Viele Patienten leiden noch an einer anderen Form der Nesselsucht oder an Nahrungsmittelallergien.

Kälte-Urtikaria: Therapie

Behandelt wird eine Kälte-Urtikaria mit Antihistaminika, die das qualvolle Jucken und Brennen der Quaddeln lindern. Gute Erfahrungen sind hierbei mit dem Antihistamin Desloratadin gemacht worden. In einer aktuellen Studie der Berliner Charité wurde die Mehrheit der Urtikaria-Patienten mit einer hohen Dosis Desloratadin sogar ganz symptomfrei. „Bei schwer erkrankten Patienten reicht das manchmal nicht“, bedauert Hunzelmann. Doch hier könne bald möglicherweise eine Antikörper-Therapie helfen, die in Studien bereits erste positive Effekte gezeigt hat, aber noch nicht zugelassen ist.

Doch wenn man Glück hat, geht die Kälte-Allergie aber auch von alleine wieder weg. Manchmal heilt sie nach nur wenigen Wochen wieder ab. Aber im Durchschnitt dauert sie fünft bis sieben Jahre. Nur in den seltensten Fällen sind Patienten jahrzehntelang davon betroffen. Auch das gibt den Wissenschaftlern bis heute Rätsel auf: Denn so plötzlich wie die Kälte-Urtikaria kommt, so plötzlich ist sie auch wieder vorbei. Einen konkreten Grund dafür gibt es nicht. „Man bekämpft die Symptome und wartet darauf, dass es wieder weggeht“, so Hunzelmann. Bei den meisten Menschen ist dies auch nach ein paar Jahren der Fall.
Bitte beachten Sie, dass ein www.heute-gesund-leben.de-Artikel generell fachlichen Rat durch einen Arzt nicht ersetzen kann!
Das könnte Sie auch interessieren:
Nie wieder frieren: So trotzen Sie der Kälte 
( Bildnachweis: © Crok Photography - Fotolia.com )


Finde uns auf Facebook



Rückenschmerzen

Hier bekommen Sie Hilfe bei Rückenschmerzen...Rückenschmerzen sind weit verbreitet: Etwa 85 Prozent aller Deutschen haben im Laufe ihres Lebens einmal Rückenprobleme, jeder Dritte davon sogar einmal im Monat. Kein Wunder, sind Rückenschmerzen doch ein Symptom für viele Erkrankungen: Das Spektrum reicht von einfachen Verspannungen der Muskulatur über Bandscheibenvorfälle bis hin zu inneren Erkrankungen wie Nierenerkrankungen oder sogar Herzinfarkt. Informieren Sie sich über die verschiedenen Arten von Rückenschmerzen, ihre Ursachen und ihre Behandlungsmöglichkeiten. weiterlesen...
( Bildnachweis: © drubig-photo - Fotolia.com )

Bauchschmerzen

Bauchschmerzen sind mit die häufigsten Schmerzen, die uns plagen. Sie können plötzlich auftreten (akute Bauchschmerzen) oder über einen längeren Zeitraum anhalten und immer wieder auftreten (chronische Bauchschmerzen). Kaum ein anderes Symptom kann so viel unterschiedliche Hintergründe haben. Informieren Sie sich hier über die verschiedenen Arten von Bauchschmerzen, ihre Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. weiterlesen... 
 
Hier bekommen Sie Hilfe bei Bauchschmerzen...
             ( Bildnachweis: © Artem Furman - Fotolia.com )

Kopfschmerzen

Hier bekommen Sie Hilfe bei Kopfschmerzen...Kopfschmerzen (Cephalgien) zählen zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. In Deutschland leiden aktuellen Schätzungen zufolge etwa 70 Prozent aller Menschen unter Kopfschmerzen, etwa drei Prozent hat sogar täglich mit Schmerzen im Kopf zu kämpfen. Dabei können die Kopfschmerzen akut auftreten oder chronisch sein. Informieren Sie sich hier über die verschiedenen Arten von Kopfschmerzen, ihre Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.
weiterlesen... 

( Bildnachweis: © drubig-photo - Fotolia.com )

Zum Anfang